© DEFA-Stiftung

DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL

Aschenbrödel, Aschenputtel, Cinderella: Ein Mädchen widersetzt sich den Anfeindungen durch seine Stiefmutter und seine Stiefschwestern, folgt dem Ruf des Herzens und wird schließlich sogar von einem begehrten Prinzen zur Frau genommen.

Die Figur der jungen Frau, die nach der erneuten Heirat ihres Vaters gröbste Schmutzarbeit verrichten und in der Asche neben dem Herd schlafen muss, ist im deutschsprachigen Raum vor allem durch die Märchensammlung der Brüder Grimm in Erinnerung geblieben. Unvergessen sind jedoch nicht nur die zahlreichen literarischen Nach- und Weitererzählungen, sondern auch die Adaptionen durch die anderen Künste, z.B. die Oper LA CENERENTOLA von Gioachino Rossini, das Ballett CINDERELLA von Sergej Prokofjew und vor allem die zwei Leinwandversionen aus den Walt-Disney-Studios (1950 und 2015). In den frühen 1970er-Jahren produzierten Filmschaffende in der Tschechoslowakei und in der Deutschen Demokratischen Republik unter dem Titel DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL nach der gleichnamigen Romanvorlage von Božena Nemcová eine weitere Filmfassung der bekannten Motive, die sich seither insbesondere in der Weihnachtszeit größter Beliebtheit erfreut und inzwischen als Kultfilm gilt.

DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL wurde u.a. in Prag und in Dresden gedreht, in den Babelsberger Filmstudios und an zahlreichen weiteren „Aschenbrödel-Orten“, beispielsweise Schloss Moritzburg in der Nähe von Dresden. Neben den schauspielerischen Leistungen, der prächtigen Ausstattung und den farbenfrohen Kostümen ist Musik die Hauptzutat in diesem filmischen Zaubertrank.

Denn den Hauptanteil dieses gutherzigen Filmvergnügens erzählt Karel Svobodas liebliche und mitreißende Filmmusik. Ohne die Musik mit ihrer schillernden Instrumentierung und den tänzerischen Rhythmen wären die Ausritte durch die herrlichen Landschaften und die festlichen Bälle am Hofe des Königs nur halb so schön. Und schließlich ist es Svobodas Musik, die Aschenbrödel ein sangliches und bezwingend unschuldiges Leitmotiv zur Seite stellt, das sich im Nu mit seiner Figur verbindet.

Für dieses FilmKonzert wurde Karel Svobodas Partitur sorgfältig rekonstruiert. Die charakteristischen musikalischen Farben und Feinheiten bleiben unverändert: der etwas eigenwillige und doch kindlich reine Gesang von Aschenbrödel, die funkelnden Arpeggien des Cembalos, die eleganten Linien der Holzbläser und die majestätischen Fanfaren der Blechbläser. Und mehr noch: Die Musik erschafft eine gut durchhörbare und lyrische Atmosphäre und bietet dadurch einen unvoreingenommenen und doch bezwingenden Kommentar zu der ewigen Suche nach Liebe, Glück und Zauberei.

(PDF) Projekt Beschreibung