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Närrische Frauen
(Foolish Wives)
USA
1920
Drama

Mit FOOLISH WIVES begründete Erich von Stroheim seinen Ruf als Detailfanatiker, Verschwender und Egomane. Dabei ging es ihm, wie in allen seinen Filmen, vor allem darum, menschliches Verhalten so realistisch und facettenreich wie möglich auf die Leinwand zu bringen; entsprechend aufwendig gestalteten sich die Dreharbeiten: Der Perfektionist Stroheim ließ die Prachtbauten von Monte Carlo komplett in Hollywood errichten und sparte weder an Statisten, Ausstattung noch Filmmaterial. Nach Abschluß der elfmonatigen Dreharbeiten hatte er insgesamt 60 Stunden Negativmaterial belichtet. Doch das Konzept eines Zweiteilers mit einer Gesamtlänge von über sechs Stunden wurde durch Universal mehrfach radikal gekürzt. Letztlich blieben 90 Minuten mit völlig entstellter Handlung übrig. Der Großteil des entfernten Materials ist unwiederbringlich verloren. Für die Fernsehpremiere auf ARTE (2002) wurde eine 120minütige Fassung mit Originalviragen erstellt, die einen Eindruck von Stroheims ursprünglicher Vision vermittelt.

Monte Carlo, kurz nach dem Ersten Weltkrieg. In einer Villa hat sich Graf Sergius Karamzin mit seinen Cousinen Olga und Vera einquartiert. Niemand vermutet hinter den russischen Aristokraten abgefeimte Hochstapler. Während die beiden Damen im Casino Falschgeld in Umlauf bringen, lebt Karamzin von dem Geld, das ihm seine zahlreichen Affären einbringen. Sogar auf die schwachsinnige Tochter des Geldfälschers Ventucci hat er ein Auge geworfen. Der neue US-Botschafter trifft in Monaco ein; die naive Mrs. Hughes zeigt sich für die Galanterien des Grafen und seine Etikette höchst empfänglich. Als sie im Spielkasino eine größere Summe gewinnt, tischt ihr Karamzin eine Lügengeschichte auf, um an ihr Geld zu kommen. Maruschka, das Zimmermädchen, belauscht das Gespräch. Selbst von Karamzin schwanger und von ihm um ihre Ersparnisse gebracht, steckt sie in ihrer Enttäuschung die Villa in Brand. Karamzin und Mrs. Hughes werden gerettet, Maruschka stürzt sich ins Meer. Inzwischen ist Mr. Hughes den Machenschaften auf die Spur gekommen. Er schlägt Karamzin nieder und fordert ihn auf, Monte Carlo zu verlassen. Noch in der selben Nacht werden die beiden falschen Prinzessinnen verhaftet, der unverbesserliche Karamzin schleicht sich fort. Als er in das Zimmer von Ventuccis zurückgebliebener Tochter einsteigt, wacht ihr Vater auf und macht mit ihm kurzen Prozess. Karamzins Leiche verschwindet in der Kloake.

Kompositionen:

András Hamary

1999
  Ensemble (1 - 15 Musiker)    
 
Besetzung
1.0.1.0 - 0.1.1.0 - Schlzg.Klav - 0.0.0.1.0
     
 
Dauer in min.
120
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