Kategorie: Highlights

Nachlese zu DIE NIBELUNGEN 24/10

01.Mai.2010

 

"Gemetzel bei Etzel“
„Schlacht aller Schlachten“
„Zum wirklichen Fest wurde die Premiere
erst durch die Filmmusik“

 

27. April 2010 – Deutsche Oper Berlin

hr-Sinfonieorchester / Frank Strobel

Mit Bravo-Rufen, begeistertem Applaus und Standing Ovations endete am 27. April 2010 die Weltpremiere von DIE NIBELUNGEN 24/10 in der Deutschen Oper Berlin.

Die EUROPÄISCHE FILMPHILHARMONIE, die im Auftrag von ZDF/ARTE die originale Filmmusik von Gottfried Huppertz rekonstruierte, freut sich sehr über den großen Erfolg von DIE NIBELUNGEN bei dem Publikum und bei der Presse – nur zweieinhalb Monate nach der Weltpremiere von METROPOLIS 27/10!

Ermöglicht wurde Premiere von DIE NIBELUNGEN in der Deutschen Oper Berlin nicht zuletzt durch das leistungsstarke Netzwerk, das die EUROPÄISCHE FILMPHILHARMONIE seit ihrer Gründung vor zehn Jahren aufgebaut hat. Musik- und Filmwissenschaftler, Komponisten und Notengraphiker, Projektionstechniker und Orchestermanager, Redakteure und Lektoren: Sie alle haben ihre Erfahrung in DIE NIBELUNGEN 24/10 eingebracht. Ein besonderer Dank geht an Nina Goslar, die in der Spielfilmredaktion des ZDF die Stummfilmreihe auf ARTE aufgebaut hat und seit vielen Jahren Ideengeberin und treibende Kraft hinter FilmKonzerten wie DIE NIBELUNGEN 24/10 und METROPOLIS 27/10 ist.

Aus den Rezensionen:

„Die Wucht und finstere Dramatik wird in der Deutschen Oper, dank Frank Strobel und dem sich engagiert durch die Partitur spielenden Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks, geradezu körperlich spürbar. Paukenschläge künden von Krieg und Tod, rasende Streicherläufe begleiten die wilde Jagd der Hunnen, das Liebesmotiv, das von Kriemhilds und Siegfrieds kurzem Glück kündet, verdunkelt sich immer mehr. Am Ende verblasst die Musik von Gottfried Huppertz fast zur Tonlosigkeit.“
(Christina Tilmann, „Gemetzel bei Etzel“, Der Tagesspiegel, 29. April 2010)

„Mit der Komposition von Gottfried Huppertz (...) funktioniert es perfekt. Zum einen, weil die Musik als Filmmusik gut komponiert ist. Andererseits, weil sie besonders gut zu dem passt, was wir auf der Leinwand sehen. Ihr Idiom ist, bis in die entferntesten Winkel, erkennbar expressionistisch und besitzt überdies die erstaunliche Qualität ästhetischer Ambivalenz. Die Musik untermalt das Geschehen, zugleich übermalt sie es. Sie ist Dienerin am und Herrin im Kunstwerk. Sie verhilft den ohnehin mächtigen Bildern zu noch stärkerer Geltung und kreiert eigene Bilder: Klang- und Assoziationsbilder. Kurzum: Diese ‚Nibelungen’ verfügen über Bildgewalt wie über Klanggewalt.“
(Jürgen Otten, „Von deutscher Seele“, Frankfurter Rundschau, 29. April 2010)

„Frank Strobel ist in seinem Dirigat stets derartig synchron, dass es beinahe schon wie ein Fehler wirkt, wenn Volker (...) seinen letzten Gesang anstimmt, ohne dass man eine Stimme vernimmt. Mit dem im Orchestergraben der Deutschen Oper Berlin eng zusammengepferchten hr-Sinfonieorchester führt er die mehr als fünfstündige Film-Partitur ohne Ermüdungserscheinungen zu einem empathisch gefeierten, triumphalen Erfolg.“
(Peter P. Pachl, „Versteckte Cornelius-Hommage: Fritz Langs ‚Nibelungen’-Film an der Deutschen Oper Berlin“, Neue Musikzeitung (www.nmz.de), 28. April 2010)

„Bewusst kein Wagnersches Format hat die Filmmusik von Gottfried Huppertz, die von Frank Strobel und Marco Jovic rekonstruiert und für die Fassung der Murnau-Stiftung eingerichtet wurde. Huppertz will die Geschichte nicht mit psychologisierender Musik überfluten, und man muss sich, gerade in einem Opernhaus, erst daran gewöhnen, dass die Bilder mehr von den Personen erzählen als die Klänge, dass die Klänge den Raum für die Bilder schaffen, statt umgekehrt. (...) Das hr-Sinfonieorchester bestreitet unter der Leitung Frank Strobels diesen Marathon mit großem Klangsinn und Flexibilität. Und so sekundär die Filmmusik ästhetisch auch sein mag, durch sie wird die Filmpremiere der ‚Nibelungen’ erst zum wirklichen Fest, sie übersteigt das lediglich Abgespielte hin zum Aufgeführten, zum Einmaligen.
(Peter Uehling, „Ihr kennt die deutsche Seele nicht“, Berliner Zeitung, 29. April 2010)