Kategorie: Highlights

Pressestimmen zu OKTOBER, Friedrichstadt-Palast Berlin, 10.2.2012

13.Februar.2012

Süddeutsche Zeitung (Harald Eggebrecht), 13.2.2012:

"Es bleibt immer etwas Besonderes, bedeutende Stummfilme mit Livemusik zu erleben. Die enorme Vitalisierung der Bildsequenzen durch die reale Energie der Musiker überträgt sich auf das Publikum, ja, die tatsächlich im Jetzt erklingende Musik gibt dem Film eine unvergleichlich räumliche Dimension, lässt ihn gleichsam über die Fläche der Leinwand hinauswachsen. Wenn ein Orchester vor den Bildern spielt, verstärkt sich dieser „3D-Effekt“ durch die Musik noch, weil das Orchester selbst schon raumgreifend ist, bevor es spielt. (...) Frank Strobel, bewährter Dirigent bedeutender Filmmusik, leitete das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin bei diesem so fesselnden wie problematischen filmischen Parforceritt, mit dem Eisenstein in heftigen Montagesteigerungen und Schnittbeschleunigungen die Vorbedingungen und den Sturm auf das Winterpalais in St. Petersburg in zum Teil unvergesslichen Bildfolgen gebannt hat."

 

FAZ (Andreas Kilb), 12.2.2012:

"(...) Und jetzt, am Freitagabend im Friedrichstadtpalast, war der Film wieder da, mit der von Bernd Thewes vorsichtig ergänzten, aus dem Klavierauszug rekonstruierten Originalmusik von Meisel, gespielt vom Radiosymphonieorchester Berlin unter Frank Strobel, und mit einer digital restaurierten Kopie, in der man gestochen scharf sehen konnte, wie „Oktober“ die Dinge vor der Kamera zum Sprechen bringt: Denkmäler, Brücken, Fahnen, Statuen, Panzer, Porzellan, tote Pferde, abgelegte Mäntel, zerbrochene Weinflaschen, Kisten voller Orden, Gewehre im Gegenlicht. „Intellektuelle Montage“ nannte Eisenstein das damals, aber heute gehen diese Bilder ohne Umweg über den Kopf direkt in den Bauch; achtzig Jahre Kino und Fernsehen haben eben ihre erzieherische Wirkung getan. (...) Es war ein großer Abend mit „Oktober“, einer, wie man ihn selten erlebt. Es war das Glück."

 
www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/berlinale-2012/eine-halbe-woche-berlinale-sprechen-wir-also-vom-glueck-11646112.html

Neue Musikzeitung (Peter P. Pachl), 12.2.2012:

" (...)  Die rekonstruierte Fassung von Sergej M. Eisensteins Film „Oktober“, in der Sowjetunion lange unter Verschluss, kommt dem Original sehr nahe. Mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Frank Strobel ist sie der Uraufführung qualitativ dabei haushoch überlegen. (...)  Wie viel nun klanglich von Meisel stammt, oder was erst auf die Bearbeitung von Thewes zurückzuführen ist, – das Ergebnis ist in jeder Hinsicht gewaltig. Mit der ihm eigenen Perfektion der Synchronität entfaltet der Dirigent Frank Strobel mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester fesselnd ein plastisches Klangbild. (...)  Große Begeisterung im voll besetzten Friedrichstadt-Palast, – auch bei blinden Besuchern, die diesen Film in einer von der Deutschen Sehbehinderten-Stiftung erstellten Audioversion genießen konnten."

www.nmz.de/online/meisels-partitur-zu-sergej-eisensteins-oktober-bravouroes-umgesetzt-urauffuehrung-von-bernd-t