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EUROPÄISCHE FILMMUSIK

Ungeachtet dessen, was wir vielleicht über die Karriere von Komponisten wie Erich Wolfgang Korngold oder Hans Zimmer wissen, sollte man nicht vergessen, dass nicht alle begabten europäischen Musiker nach Hollywood auswandern. (Zumindest nicht für immer.) Glücklicherweise blieben dem europäischen Kino Komponisten wie Nino Rota, Ennio Morricone und Wojciech Kilar für den überwiegenden Teil ihres Schaffens erhalten. Als Francis Ford Coppola an den Italiener Nino Rota herantrat, um ihn um die Vertonung von DER PATE zu bitten, setzte dieser deswegen keinen Fuß auf den Boden der Vereinigten Staaten. Ganz im Gegenteil: Seine Musik- frei von all jenen musikalischen Stereotypen, die man landläufig mit amerikanischen Gangsterfilmen verbindet - durchzieht den Film mit den wehmütigen Klängen des Mittelmeerraums- und dem fortwährenden Gefühl von Heimweh, das auch heute noch berührt.

Das Konzertprogramm EUROPÄISCHE FILMMUSIK führt verschiedene Nationalitäten und Identitäten zusammen und erweist einigen der bekannten europäischen Komponisten der vergangenen achtzig Jahren die Ehre, darunter Frankreich (Georges Delerue und Michel Legrand), Russland (Isaak Dunajewski), Polen (Wojciech Kilar und Władysław Szpilman), Italien (Nino Rota und Ennio Morricone), England (Ron Goodwin) und Spanien (Roque Baños). Mit ihrer Musik erinnern wir an die Vielfalt und den Reichtum des europäischen Kinos: Delerues einfühlsame „Hommage à François Truffaut“ (mit Musik aus JULES UND JIM und DIE AMERIKANISCHE NACHT u.a.), Morricones klassische Filmmusiken für SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD und CINEMA PARADISO, Rotas Meisterwerke für Coppola (DER PATE) und Fellini (DAS SÜSSE LEBEN und DAS LIED DER STRASSE), Legrands mitreißende Suite aus DIE REGENSCHIRME VON CHERBOURG und Baños’ spanische Fanfaren für ALATRISTE.

 

Konzertprogramm

Władysław Szpilman (1911 - 2000): Einleitung zu einem Film (1957)

Isaak O. Dunajewski (1900 - 1955): Ouvertüre aus DIE KINDER DES KAPITÄN GRANT (1936)

Wojciech Kilar (1932 - 2013): Zwei Stücke aus BRAM STOKER’S DRACULA (1992)

        1. „The Brides / E.C. / The Castle”

        2. „Mina/Dracula”

Michel Legrand (* 1932): Suite aus LES PARAPLUIES DE CHERBOURG (dt. DIE REGENSCHIRME VON CHERBOURG, 1964)

Georges Delerue (1925 - 1992): Hommage à François Truffaut

        - TIREZ SUR LE PIANISTE (dt. SCHIESSEN SIE AUF DEN PIANISTEN, 1960)

        - L’AMOUR À VINGT ANS (dt. LIEBE MIT ZWANZIG, 1962)

        - JULES ET JIM (dt. JULES UND JIM, 1962)

        - LA PEAU DOUCE (dt. DIE SÜSSE HAUT, 1964)

        - LES DEUX ANGLAISES ET LE CONTINENT (dt. ZWEI MÄDCHEN AUS                   WALES UND DIE LIEBE ZUM KONTINENT, 1971)

        - UNE BELLE FILLE COMME MOI (dt. EIN SCHÖNES MÄDCHEN WIE ICH,              1972)

        - VIVEMENT DIMANCHE! (dt. AUF LIEBE UND TOD, 1983)

        - LA NUIT AMÉRICAINE (dt. DIE AMERIKANISCHE NACHT, 1973)

        - LA FEMME D’À CÔTÉ (dt. DIE FRAU NEBENAN, 1981)

        - LE DERNIER MÉTRO (dt. DIE LETZTE METRO, 1980)

Ron Goodwin (1925 - 2003): Suite aus THOSE MAGNIFICENT MEN IN THEIR FLYING MACHINES (dt. DIE TOLLKÜHNEN MÄNNER IN IHREN FLIEGENDEN KISTEN, 1965)

- - - Konzertpause - - -

Roque Baños (* 1968): „Fanfarria“ aus ALATRISTE (2006)

Ennio (* 1928) und Andrea (* 1964) Morricone: Suite aus NUOVO CINEMA PARADISO (dt. CINEMA PARADISO, 1988)

Ennio Morricone: Suite aus C’ERA UNA VOLTA IL WEST (dt. SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, 1968)

Nino Rota (1911 - 1979): Liebesthema aus THE GODFATHER (dt. DER PATE, 1972)

        Suite aus LA DOLCE VITA (dt. DAS SÜSSE LEBEN, 1960)

        Suite aus LA STRADA (dt. DAS LIED DER STRASSE, 1954)

- - - Konzertende - - -

Zbigniew Preisner (* 1955): Tango aus TRZY KOLORY: BIAŁY (dt. DREI FARBEN: WEISS, 1994)

Länge:
90 min.
Ensemble:
großes Orchester
Besetzung:
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